Haiku fotografieren

Verse wie Fotos. Mit leisem Fluidum dem Zen enthüpft, und man muss noch nicht mal in der Szene sein, um sich in sie zu verlieben.

Zitat Martin Timm.

Im Ursprung ist ein Haiku ein minimalistisches Naturgedicht aus der Zen-Tradition.

Die Leichtigkeit dieser Poesie inspirierte Martin Timm zu einem kompletten Umdenken bei seiner Arbeit als Naturfotograf.

Er bewegt sich weg von den klassisch-schönen Landschafts- und Pflanzenfotos. Stattdessen setzt er die Motive mit der Kamera so ins Bild, wie es die Dichter der japanischen Klassik pflegten: nicht als schönen Zustand, sondern als zufälliges Geschehen.

Der Moment wird zum Motiv. Dabei kommt auch all das vor die Linse, was verdorrt, matschig oder entwurzelt ist. Das Ergebnis sind reduzierte, teils abstrahierte Aufnahmen, die durch ihre unaufgeregte Unschärfe gängige ästhetische Muster verlassen und den Raum für das ganz persönliche Erlebnis von Schönheit öffnen.

Haikus von Martin